Gasanbieterwechsel
Mit einem Wechsel des Gasanbieters Geld sparen
Wenn die Gaspreise wieder einmal angehoben werden, sollte jeder mündige Bürger in seinem eigenen Interesse – nämlich, um im günstigen Fall Geld zu sparen – aktiv werden und prüfen, ob es die Möglichkeit gibt und es sich lohnt, seinen bisherigen Gaslieferanten zu kündigen und einen neuen Gasanbieter zu wählen.
Die Vorbereitung eines Wechsels zu einem neuen Gasanbieter ist denkbar einfach. Im Internet stehen viele, meist auch objektive, Gasrechner zur Verfügung. Nach der Eingabe der Postleitzahl und des Monatsverbrauchs des interessierten Abnehmers, werden die in der betreffenden Region zur Verfügung stehenden Gasanbieter und deren Tarife angezeigt. Spätestens jetzt setzt meist Erstaunen ein, denn von den hunderten in Deutschland auf dem Markt tätigen Gasanbietern, stehen meist nur einige wenige zur Auswahl.
Grundversorgung immer gesichert, Austausch des Zählers nicht nötig
Der freie Wettbewerb zwischen den Anbietern steckt infolge der zahlreichen Netzbereiche und beschränkter Zugriffsmöglichkeiten auf die Speicherkapazitäten noch in den Kinderschuhen. Aber es scheint Besserung in Sicht, denn neben den vielen Regionalanbietern etablieren sich gegenwärtig die ersten überregionalen Gasanbieter und beleben spürbar das Geschäft.
Wenn ein günstiger Tarif gefunden ist, heißt es, das Wechselformular auszufüllen. Dieses lässt sich oft direkt über das Internet ausdrucken. Kostenfrei und ohne jegliches Risiko, Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung der Versorgung einzugehen, steht nach sechs bis zehn Wochen Gas vom neuen Anbieter zur Verfügung. Dieser übernimmt auch alle notwendigen weiteren Formalitäten; einschließlich der Kündigung beim bisherigen Versorger. An den Zuleitungen und am Zähler sind keinerlei Veränderungen notwendig.
Sollten Probleme während oder nach der Phase des Wechsels entstehen, besteht auf gesetzlicher Grundlage die Pflicht für den regionalen Grundversorger, den Verbraucher mit Erdgas weiter zu beliefern. Nach der Schlussrechnung des bisherigen Versorgers erfolgt die künftige Rechnungslegung durch den neu gewählten Gasanbieter.
Gasanbieterwechsel: Mehr als nur eine Preisfrage
An dieser Stelle einige Bemerkungen zur Auswahl eines neuen Tarifs. Natürlich wird der Preis eine entscheidende Rolle spielen, aber Vertragslaufzeit, Preisgarantien und Kündigungsfrist sollten nicht unbeachtet bleiben. Wird der neue Vertrag mit kurzer Laufzeit und Kündigungsfrist geschlossen, so ergibt sich der Vorteil, bei einer Gas-Preiserhöhung schnell zu einem günstigeren Anbieter wechseln zu können. Um diese Möglichkeit zu nutzen, ist bei einer längeren Vertragslaufzeit ein Sonderkündigungsrecht erforderlich.
Schwieriger zu entscheiden, ist über ein Vertragsangebot mit einer Preisgarantie für eine bestimmte Laufzeit. Steigt der Gaspreis während der Vertragslaufzeit, bleibt der Verbraucher von der Erhöhung verschont; sinkt er jedoch, bleibt er an den vereinbarten Preis über die Laufzeit gebunden. Eine gewisse Orientierung und Entscheidungshilfe ergibt sich hierfür aus der aktuellen Tendenz der Preisentwicklung für Erdöl, da dieser sich meist mit einer zeitlichen Verzögerung auf den Preis des Erdgases auswirkt.
Nachfrage schafft Wettbewerb
Mit der freien Wahl des Gasanbieters besteht für alle Kunden die Chance, aus den Vorteilen eines Wettbewerbs am Erdgas-Markt, finanzielle Vorteile zu ziehen. Damit dieser Wettbewerb noch besser wirkt, sollten möglichst viele Abnehmer von der Möglichkeit des Vergleichens und eines eventuell sinnvollen Wechselns Gebrauch machen. Dies wird den Druck auf Gasanbieter und Netzbetreiber erhöhen, sich verstärkt dem überregionalen Markt zu öffnen.
Während gegenwärtig der Kunde nach einem erfolgten Wechsel das gleiche Erdgas wie bisher, lediglich zu anderen Konditionen, erhält, sollen später einmal die unterschiedlichen Erdgassorten der einzelnen Anbieter zum Abnehmer geliefert werden. Wann und ob das möglich wird, ist abzuwarten.
