Gasmarkt



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Hintergrundinformationen zum deutschen Gasmarkt

Für rund 18 Millionen Deutsche Gaskunden sind in den zurückliegenden 10 Jahren die Gaspreise um circa 70 Prozent gestiegen. In Verbindung mit der Tatsache, dass darüberhinaus regionale Preisunterschiede von bis zu 30 Prozent bestehen, werden Fragen zum Zustand des deutschen Gasmarktes zunehmend aktuell.

Mehr als 80 Prozent des in Deutschland benötigten Erdgases werden importiert. Die in Europa übliche Kopplung des Gaspreises an den Preis für Erdöl und die starken Positionen der Lieferländer haben zu ständigen Preiserhöhungen durch die Versorger geführt, wobei deren Gewinnmargen nicht unbeteiligt blieben.

Ein Blick auf die Struktur des Gasmarktes verrät, dass sieben Importgesellschaften für Erdgas tätig sind. Diese liefern den größten Teil des Gases an weiterverteilende Großunternehmen und große Industriebetriebe. Von ersteren erfolgt eine Weiterlieferung an rund 700 örtliche Gasversorgungsunternehmen und Regionalgesellschaften, die das Gas durch ihnen gehörende lokale Netze zum privaten Endverbraucher leiten.

Dabei muss man wissen, dass zwischen den einzelnen Verteilungsebenen starke Verflechtungen bestehen. Somit werden große Teile des Gasnetzes vom gleichen Unternehmen betrieben, das auch mit Gas handelt. Die dadurch entstehenden Wettbewerbsvorteile werden durch hohe Durchleitungsgebühren verstärkt, die von Wettbewerbern verlangt werden, die Gas zum Kunden leiten wollen.

Obwohl seit 1998 im Energiewirtschaftsgesetz die Aufhebung der Monopolstellung der großen Gasversorgungsunternehmen festgeschrieben ist, hat sich an dem geschilderten Zustand noch nichts wesentliches geändert.

Unübersichtliche Gasnetze historisch bedingt

Eine Ursache für diesen unbefriedigenden Zustand am Gasmarkt, liegt in der Vergangenheit begründet, als an Stelle von Erdgas das aus der Kohlevergasung entstandene Stadtgas durch viele dezentrale und ungeplante Netze direkt vom Erzeuger zum Endverbraucher geleitet wurde. Die damals entstandenen, unübersichtlichen Gasnetze und deren Betreiber, existieren in großer Anzahl in Form der Stadtwerke oder anderer lokaler Energieversorger heute weiter.

Inzwischen konnte erreicht werden, dass die Vielzahl der regionalen Gasnetze zu 19 Marktgebieten zusammengefasst wurden. Jedes dieser Gebiete schließt nun mit einheitlichen Bedingungen für seine Netze Verträge zur Durchleitung von Gas mit dem entsprechend interessierten Versorger ab. Die Höhe der Durchleitungs-Gebühren in den einzelnen Marktgebieten ist aufgrund von Zustand, Alter und Größe der Netze schwer vergleichbar, so dass die Kosten recht unterschiedlich sein können.

Nur 50 Prozent beim Gaspreis sind Bezugskosten

Um weiter den Zusammenhang von Gaspreis und Gasmarkt zu ergründen, ist ein Blick auf die Bestandteile des Preises sinnvoll. Auf rund 50 Prozent des Gaspreises belaufen sich die Bezugskosten des betreffenden Versorgers. Knapp 30 Prozent betragen die Kosten für Steuern und Abgaben und der Rest entfällt auf die Kosten der Gasverteilungsnetze.

Da die Bezugskosten auf der Importebene für alle Versorger annähernd gleich sind und die Kosten für Mehrwert- und Erdgassteuer feststehen, bleiben als Spielraum für eine Preisgestaltung lediglich die Netzgebühren, die Konzessionsabgabe und unternehmensinterne Kostenunterschiede der weiterverteilenden Großunternehmen übrig.

Nachdem die Welle der Preiserhöhungen weiter anhält und diese deutlich höher ausfallen, als die Beschaffungskosten ansteigen, hat das Bundeskartellamt eine Reihe von Missbrauchsverfahren gegen 35 Versorger bundesweit eingeleitet. In diesen müssen die Gasversorger offen legen, welche Faktoren die Preiserhöhungen begründen. Dies erscheint um so wichtiger, da es auf dem Gasmarkt im Gegensatz zum Strommarkt keine Preisaufsichtsbehörde gibt.

Ob, und in welcher Größenordnung am Ende der Verbraucher davon profitieren kann und der Gasmarkt letztlich durchschaubarer wird, muss sich erst zeigen. Auf alle Fälle muss der Wettbewerb auf dem deutschen Erdgasmarkt deutlich verbessert werden.

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