Geschichte des Gas
Die Geschichte der menschlichen Nutzung von Gas beginnt bereits im Jahre 6000 v.Chr., also lange bevor die Menschen das Erdöl und die Elektrizität für sich entdeckten. Damals fand man, wie in alten Urkunden berichtet wird, Erdgas in dem Gebiet des heutigen Irans. Die in dieser Zeit lebenden sumerischen Priester hielten das Brennen des Erdgases für das “ewige Feuer” und betrachteten es als göttliches Zeichen.
Erst um 900 v.Chr. begann man in China das zufällig bei der Salzgewinnung entdeckte Erdgas für wirtschaftliche Zwecke zu nutzen. Man setzte es zur Salztrocknung ein. Etwa 2000 Jahre später wurde dann die erste Pipeline erfunden: Mit Hilfe von Bambusrohren konnte man nun Erdgas gewinnen.
Erste Lampe ab 1799
Die Bezeichnung Gas entstand jedoch erst um das Jahr 1600, abgeleitet aus dem Griechischen “chaos”, dass so viel wie luftleerer Raum bedeutet. Deshalb wurde das Wort Gas anfangs auch mit “ch” ausgesprochen, statt dem heute üblichen “g”-Laut. Eingeführt wurde die Bezeichnung “Gas” vom niederländischen Chemiker Jean Baptiste Helmond (1577-1644).
Schon 1799 ließ sich der Franzose Philippe Lebon (1769-1804) die erste Leuchtgas-Lampe in Paris patentieren, jedoch fand diese eigentlich bahnbrechende Erfindung lange Zeit keine Beachtung und geriet deshalb schnell in Vergessenheit.
Im Jahre 1812 gründete der Deutsche Friedrich Albert Winzer (1763-1830) in London das Unternehmen “Gas Light and Coke Company”, die weltweit erste Gasgesellschaft in der das Gas über Rohrleitungen an die Kunden weitergegeben wurde.
Auf die Idee das Gas als Kraftstoff zu verwenden, kam 1860 schließlich der französische Kellner Etienne Lenoir (1822-1900), der mit seiner so genannten Gasmaschine, deren Motor wie der Name sagt, mit Gas betrieben wurde, 15 Kilometer von Paris bis nach Joinville fuhr.
Gas-Motor von Otto
Weiterentwickelt wurde der Gas-Motor von dem Deutschen Nikolaus August Otto (1832-1891), der den Otto-Motor erfand. Als Grundprinzip übernahm er das System von Lenoir, baute es weiter aus und verbesserte es soweit, dass der Motor in die Serienproduktion gehen konnte. 1872 gründete Otto zusammen mit seinem Freund Eugen Langen seine eigene Gas-Motoren Fabrik, die “Gas-Motoren-Fabrik Deutz AG”.
Die ersten Gas-Funde auf deutschem Gebiet machte man erst 1910 in Neuengamme bei Hamburg, als man aus Versehen eine Gasexplosion bei einer Bohrung nach Wasser verursachte.
Kurze Zeit später, 1934, sicherte sich der Staat alle Rechte im Bezug auf die Suche nach Erdgas und Erdöl und erließ gesetzliche Regelungen. Die Förderung und Bohrung nach Erdgas und Erdöl wurde jedoch weiter von verschiedenen Unternehmen übernommen.
Seit 1960 auch zum Heizen
Ab den 1960ern wurde Erdgas auch für das Heizen von Haushalten und Unternehmen eingesetzt. Um den hohen Energiebedarf abdecken zu können wurde 1970 zum ersten Mal ein Energieabkommen über die Lieferung von drei Milliarden Kubikmeter Gas zwischen der Ruhrgas AG und der Sowjetunion abgeschlossen. Dazu produzierte die Mannesmann AG 1,2 Millionen Tonnen Großrohre. Die Finanzierung für dieses Großprojekt übernahm ein deutsches Bankkonsortium.
Auch in Deutschland versuchte man immer mehr Erdgasförderungsmöglichkeiten zu schaffen und unternahm 1980 die erste tiefe Bohrung von 6.775 Metern in Söhlingen, in der Nähe von Bremen.
1998 kamen sogar Kraftfahrzeuge die mit Erdgas betrieben werden auf den Markt, die sich dadurch auszeichnen, dass Gas immer noch wesentlich günstiger ist als Benzin und somit die Unterhaltskosten für ein Erdgas-Auto vergleichsweise gering sind. Bis 2010 werden laut Hochrechnungen bis zu 360.000 dieser Fahrzeuge in Deutschland zugelassen sein.
