Strom Geschichte



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Vom Bernsteinmagnet zum Wechselstromgenerator

15. August 2003 – der wohl folgenschwerste Stromausfall in der Geschichte der USA und Canada legt alles lahm, was nicht über ein Notstromaggregat verfügt. Kernkraftwerke stehen still, U-Bahnen bleiben stecken, Millionen Menschen sind ohne Strom.

Stellen Sie sich einen Tag ohne Kaffeemaschine, Kühlschrank, Haarfön, Mikrowelle oder Personenaufzug vor! Elektrischer Strom ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Der Strom wurde nicht erfunden, denn elektrischer Strom ist ein Naturphänomen. Sie finden Elektrizität in den Blitzen eines Gewitters. Die Entladung aufgebauter elektrostatischer Ladungen, welche durch Reibung in den Gewitterwolken entsteht, schafft dieses erstaunliche Lichtspiel am Himmel.

Aber auch einige Fische, Zitteral und Zitterrochen, können hohe elektrische Spannungen aufbauen, um sich gegen Angriffe zu verteidigen oder Beute zu lähmen.

Dem Menschen ist schon seit langer Zeit bewußt, dass es geladene Teilchen gibt

Bereits 600 v. Chr. stellte der vorsokratische Natur- und Protophilosoph Thales von Milet fest, dass Bernstein kleinere Gegenstände anzieht, wenn man ihn reibt. Thales und das Bernstein-Experiment geben der Elektrizität ihren Namen: Elektrik ist vom griechischen ‘elektron’, Bernstein, abgeleitet.

Ca. zweitausend Jahre später greift William Gilbert das Experiment mit dem gelblichen Schmuckstein aus fossilem Harz wieder auf. Die Theorien und Erkenntnisse Gilberts gelten als Grundlage aller weiteren Versuche und Entdeckungen in diesem Bereich.

1672 entwickelt Otto von Guericke den ersten wirklichen Generator. 1831 verbessert Michael Faraday diesen Generator und wandelte mittels einer mechanischen Welle mechanische Energie in elektrische Energie um. Zum Ende des 19. Jahrhundert steigt der Bedarf an Generatoren massiv an. Leuchttürme werden bereits mit Strom betrieben; die ersten Kraftwerke entstehen.

Thomas Alva Edison-ein Name, der in der Geschichte des Stroms eine entscheidende und bedeutende Rolle spielt, besticht durch die hohe Marktfähigkeit seiner Entwicklungen. Wer kennt und nutzt sie nicht, die Glühlampe. Aber Edison hat auch einen hohen empirischen Anteil an der Entwicklung der Stromversorgung, Stromverteilung und der Anlieferung des Stromes an die Verbraucher.

Stromkrieg zwische Edison und Westinghouse

1880 beginnt Edison in diesem Breich den sogenannten Stromkrieg gegen George Westinghouse. In diesem Disput geht es um die großflächige Versorgung Amerikas mit Strom, respektive die Entscheidung zwischen Gleich- und Wechselstrom. Edison plädiert für Gleichstrom, dessen Richtung und Stärke konstant ist, aber große Verluste bei längerem Transport aufweist. Als größter Rivale und Gegener Edisons kämpft Westinghouse für den Wechselstrom. Bei dieser Stromart gibt es laufende, meist periodische Änderungen der Stromrichtung, die sogenannte Frequenz. Die Argumente Westinghouses sind überzeugend: einfache Erzeugung, schnelle Transformation, geringe Verluste bei Fernübertragungen.

Weltweit wird heutzutage der sinusförmige Wechselstrom genutzt. Die Frage, nach dem Ausgang des Stromkrieges von 1880 erübrigt sich somit.

Bis 1930 ist der großflächige Anschluss aller privaten Haushalte an das öffentliche Stromnetz erfolgt.
Im Laufe der Jahrzehnte hat sich der Verbrauch des Stromes durch wachsende Nutzung stetig erhöht. Genauer gesagt, ist “Strom verbrauchen” technisch nicht möglich. Im Prinzip fließt die elektrische Energie in unsere Geräte hinein und auch wieder hinaus.

In der heutigen Zeit ist die Energiewirtschaft ständig auf der Suche nach neuen, regenerativen Energiequellen. Da die fossilien Energieträger nicht unendlich zur Verfügung stehen, werden Quellen gesucht, die in ihrem Zeitablauf unbegrenzt sind. Strom aus Wind-, Wasser- und Sonnenenergie sind stark im Kommen. Die seit 1995 installierte Windkraftleistung hat sich bis heute mehr als verfünffacht. Aber ganz gleich aus welcher Quelle der von Ihnen genutzte Strom auch kommt, ein Leben ohne Kaffeemaschine, Kühlschrank, Haarfön, Mikrowelle oder Personenaufzug möchte sich niemand mehr vorstellen.

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