Strommarkt
Der deutsche Strommarkt
Strom ist in Deutschland ein wichtiges Gut. Ohne ihn kann kaum noch ein Mensch leben, denn Strom erleichtert und verschönert das Leben. Doch die Preise, die heute für eine Kilowattstunde Strom von den Versorgern berechnet werden, sind sehr hoch, was bei vielen Verbrauchern zu finanziellen Engpässen führt.
Ein Blick auf den Hintergrund zeigt, dass im Jahr 1998 in Deutschland der Strommarkt liberalisiert wurde. Ebenso wie in den skandinavischen Ländern, in Großbritannien und Österreich ist es nun jedem möglich, selbst Strom zu erzeugen und zu verkaufen. Selbst Privatpersonen können nun mit einer Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach selbst Strom erzeugen, den die Großkonzerne dann abnehmen und in ihr Netz einspeisen müssen.
Die Verbraucher haben seit diesem Zeitpunkt also die Wahl des Versorgers und können jeder Zeit zu einem günstigeren Unternehmen wechseln. Weiterhin können sie sogar entscheiden, welchen Strom sie nutzen wollen. Die Stromkonzerne sind heute nämlich verpflichtet, die Zusammensetzung ihres Stroms anzugeben. Auch Ökostrom, der aus erneuerbaren Energien wie Wasser, Sonne oder Windkraft gewonnen wird, kann von den Verbrauchern genutzt werden, um so etwas für die Umwelt zu tun.
Ehemals acht Strom-Monopole in Deutschland
Zum damaligen Zeitpunkt der Liberalisierung waren etwa acht verschiedene Großkonzerne auf dem deutschen Markt tätig, die sich die Gebiete regional aufteilten. Neue Unternehmen konnten so nicht auf den Markt drängen, was zu einem Monopol bei den Anbietern und somit zu hohen Preisen für die Verbraucher führte. Diesem Monopol wollte die Bundesregierung per Gesetz begegnen.
Zwar können heute deutlich mehr Unternehmen Strom anbieten, allerdings müssen diese im deutschen Strommarkt die Netze der großen Konzerne nutzen. Diese berechnen für die Nutzung Netzentgelte, die wiederum an den Verbraucher weitergereicht werden müssen. Die Höhe der jeweiligen Netzentgelte können vom Inhaber der Leitungen festgelegt werden. Lt. Verbraucherschützern sind diese Preise allerdings viel zu hoch. Ein wirklicher Wettbewerb ist also auf dem deutschen Strommarkt noch immer nicht gegeben. Die Forderung nach einer Regulierungsbehörde, die sowohl die Netzentgelte als auch die Strompreise insgesamt reguliert, wird immer lauter.
Vier Stromriesen teilen sich den Markt
Der deutsche Strommarkt kann daher heute als Oligopol bezeichnet werden. Hierbei teilen sich derzeit vier Großkonzerne etwa 90 % des Strommarktes. Diese Konzerne sind E.ON, die allein 34 % kontrollieren, Vattenfall, EnBW sowie RWE. Auch die vorhandenen regionalen Versorger wie Stadtwerke oder Kommunen schließen sich weiter zusammen und werden in vielen Fällen auch von den Großkonzernen beeinflusst.
Trotz der vorhandenen Schwierigkeiten drängen heute immer mehr kleinere Unternehmen auf den Markt, die günstigen Strom zum Discountpreis anbieten. Viele von ihnen sind zwar noch nicht bundesweit tätig, dennoch bieten sie Kunden durch einen Wechsel deutliche Einsparungen. Diese Unternehmen kaufen Strom auf dem freien Markt günstig ein und leiten ihn an den Endverbraucher weiter. Durch einen schlanken Verwaltungsapparat sowie geringe Nebenkosten können diese kleinen Unternehmen ihren Strom deutlich günstiger verkaufen, so dass eine Familie einige Hundert Euro im Jahr sparen kann.
Vorteile für den Norden und den Westen
Vor allem im Norden sowie im Westen Deutschlands konnten sich bereits einige verschiedene Stromanbieter etablieren, der Wettbewerb ist dementsprechend groß. Allein im Osten Deutschlands haben Verbraucher kaum Chancen, denn hier sind außer den Großkonzernen nur wenige andere Stromanbieter tätig.
Verbraucher, die die Preise auf dem Strommarkt vergleichen wollen, können dies über das Internet tun. Einige Verbraucherportale bieten hier an, die Konditionen der Stromanbieter zu vergleichen. Dies ist allein durch den Jahresverbrauch sowie die Eingabe der Postleitzahl möglich.
Mittlerweile haben etwa 25% aller Stromkunden für einen Wechsel des Versorgers bzw. zumindest des Tarifs innerhalb des Grundversorgers entschieden. Die kommenden Strompreiserhöhungen, die aufgrund der stark gestiegenen Rohstoffpreise anstehen, werden wohl zu weiteren Wechseln führen, was die Konkurrenz weiter beleben wird.
